Angerstein Elektro Sanitär Heiztechnik

Angerstein SHK zwei Männer mit Arbeitskleidung
© Angerstein Elektro l Sanitär l Heiztechnik

„Nachhaltigkeit bedeutet für mich qualitätsbewusst, umweltbewusst und sozialverträglich zu arbeiten. Der wirtschaftliche Erfolg kommt dann von allein.“

Ralph Angerstein, Angerstein Elektro | Sanitär | Heiztechnik, Blankenburg (Harz)

Gründungsjahr: 2006
Mitarbeiteranzahl: 5
Auszubildende: 1 (Wir haben immer Auszubildende in unserem Betrieb.)

 

Was unternehmen Sie, um die Ausbildung in Ihrem Betrieb nachhaltig zu gestalten?

Ausbildung ist für uns eine Herzensangelegenheit und wir bemühen uns, attraktiv für Bewerber zu sein. Dazu gehören für uns die Anleitung zur beruflichen Handlungsfähigkeit und Eigeninitiative. Wir motivieren Auszubildende, eigene Projektideen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Außerdem unterstützen wir Auszubildende bei Auslandspraktika, stellen Kontakte zu Betrieben im europäischen Ausland her und kommunizieren mit der Berufsschule in unserer Region. Der betriebliche Leiter unseres Betriebs hat eine von der IHK Magdeburg zertifizierte Ausbilder‐Weiterbildung zur „Fachkraft Ausbildung für nachhaltige Entwicklung (IHK)“ abgeschlossen und dabei die didaktischen Kriterien der Beruflichen Bildung für Nachhaltige Entwicklung kennengelernt. 2018 erhielten wir auch das „Qualitätssiegel Nachhaltiger Ausbildungsbetrieb“ der Bundesvereinigung Nachhaltigkeit.

Welchen Tipp würden Sie einem Handwerksbetrieb geben, der sich gerade auf den Weg zu einer nachhaltigen Betriebsführung macht? Womit kann ein Betrieb gut anfangen?

Kontakte mit anderen Betrieben in der Region aufnehmen und Mitglied von Netzwerken werden, zum Arbeitsschutz, zur gemeinsamen Kooperation bei Aufträgen und so weiter. Andere Betriebe kennenzulernen hat sich sehr positiv auf unsere Auftragslage ausgewirkt. Wichtig auch: Hilfe suchen, Inspiration suchen, an Programmen teilnehmen. Die Initiative ‚Neue Qualität der Arbeit (INQA)‘ hat uns viele neue Impulse gegeben und wir sind dadurch mit weiteren Programmen und Bildungsinitiativen in Kontakt gekommen.

Was sollten unsere Leser*innen über Sie und Ihren Betrieb wissen?

Wir haben von Anfang an unser Unternehmen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Wir orientieren uns an den Qualitätsstandards für Arbeitssicherheit unserer Berufsgenossenschaft und legen viel Wert auf die umfassende und nachhaltige Erfüllung von Kundenwünschen. Schon bei der Gründung des Betriebs im Jahr 2006 war uns klar, dass wir hohe Qualität an Arbeitsleistung und Produkten für unsere Kundinnen und Kunden anbieten möchten, damit sie auch noch in 10, 15 und 20 Jahren zufrieden sind. Wir bieten die komplette Dienstleistung aus einer Hand. Kooperation mit anderen Handwerksbetrieben ist uns wichtig. Wenn Kundinnen und Kunden eine neue Badgestaltung beauftragen, müssen sie sich nicht selbst um die Elektriker, Fliesenleger oder Maler für die Fertigstellung aller Arbeiten kümmern.

Die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden ist uns ebenfalls sehr wichtig. Wir haben an dem Beratungsprogramm „Unternehmenswert Mensch“ der ‚Initiative für neue Qualität der Arbeit‘ INQA teilgenommen, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, BMAS gefördert wird. Danach hat sich unsere Personalarbeit verbessert. Wir wertschätzen unsere Mitarbeitenden, hören ihnen zu, und binden sie in viele Entscheidungen ein. Unsere Mitarbeitenden können unter anderem ihren Arbeitsplatz mitgestalten und bei der Auswahl des Fuhrparks mitentscheiden. Im Jahr 2018 haben wir unseren ersten Nachhaltigkeitsbericht nach den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) geschrieben und veröffentlicht.

Was waren Ihre ersten Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb?

Das Bekenntnis zum Arbeitsschutz stand für uns am Anfang und geht so weit, dass wir Aufträge nicht annehmen, wenn wir die Sicherheit unserer Mitarbeitenden nicht gewährleisten können. Ebenso machen wir unseren Kundinnen und Kunden nur Angebote, die auf lange Sicht effiziente Lösungen darstellen.

Ein wichtiger Bereich zu Beginn unserer Betriebsgründung war die Auswahl des Fuhrparks. Wir wollten nicht die billigsten und einfachsten Wagen, die möglicherweise viel Reparaturen und Ersatzteilaustausch brauchen. Wartungsarme Wagen mit effizientem Verbrauch waren uns wichtiger als der Anschaffungspreis.

Welche Rolle spielt Regionalität für Ihren Betrieb?

Wir sind als Unternehmen ausschließlich regional tätig. Wir kooperieren mit anderen Betrieben in der Region und arbeiten gemeinsam in Arbeitsschutzprojekten. Dadurch verstärken wir den Austausch und die Beachtung des Arbeitsschutzes in der Harz Region.

Wir achten darauf möglichst kurze Anfahrtswege zu Kundinnen und Kunden zu haben und unsere Arbeitsmittel vornehmlich von regionalen Lieferfirmen zu beziehen. Damit reduzieren wir transportbedingte Emissionen und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Wenn Lieferfirmen nicht zu unseren Ansprüchen für nachhaltige Verwendung von Produkten und Mitarbeiterführung passen, kündigen wir die Zusammenarbeit.

Was hat Ihnen die Umstellung auf eine nachhaltige Betriebsführung gebracht?

Wir leben insgesamt ruhig und sind gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich. Unsere Mitarbeitenden haben sehr geringe bis gar keine Krankheitstage, sie arbeiten gerne und engagiert im Unternehmen.

Wir haben motivierte und begeisterte Auszubildende, weil wir sie nicht als billige Arbeitskräfte betrachten, sondern als selbständig junge Menschen mit innovativen Ideen verstehen, die unseren Betrieb weiterbringen. Durch ihre positiven Erfahrungen stecken unsere Auszubildenden auch andere in ihren privaten Netzwerken an und informieren sie zu Ausbildung und regionalem Wirtschaften. Junge Menschen in der Region interessieren sich weiterhin für eine Ausbildung im Sanitär- Heizungs- Klimabereich. Das ist wichtig in unserer ländlichen Gegend.

Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

Gefördert vom