Definition Nachhaltigkeit

Definition Nachhaltigkeit

Was bedeutet Nachhaltigkeit eigentlich?

Das Nachhaltigkeitsprinzip bedeutet, die Ressourcen innerhalb der Kapazitäten unseres Planeten derart zu nutzen, dass sie sich erholen können. Speziell für das Handwerk weist das Thema Nachhaltigkeit weitere interessante Facetten auf.

Das Nachhaltigkeitsprinzip entstammt der Forstwirtschaft

Bereits 1711 hatte Hans Carl von Carlowitz, Leiter des Oberbergamtes Freiberg in Sachsen, erkannt, dass eine maß- und planvolle Bewirtschaftung des Waldes notwendig ist, um dem immensen Holzbedarf für Baumaterialien und als Brennstoff auf Dauer gerecht werden zu können. Von Carlowitz‘ Grundidee lautete damals, dass nur so viele Bäume gefällt werden dürfen, wie auch nachwachsen können. Falls dieses Prinzip keine Berücksichtigung fände, würde der Wald irgendwann nicht mehr existieren, warnte er. Von Carlowitz erkannte bereits damals, dass gegenwärtige Entscheidungen und Handlungen langfristige Entwicklungen beeinflussen können.

Nachhaltigkeit als ökonomisches Prinzip

Dieser forstwirtschaftliche Gedankengang hat besonders den Nachhaltigkeitsbegriff der Wirtschaftswissenschaften maßgeblich geprägt. Übertragen auf das Handwerk bedeutet dies, dass kurzfristige Gewinne oder Profitmaximierung in den Hintergrund treten und das langfristig orientierte Prinzip der Generationsverträglichkeit an Bedeutung gewinnt. So kann sichergestellt werden, dass die Befriedigung der heutigen Bedürfnisse nachfolgenden Generationen nicht die Lebensgrundlage entziehen. Das Ziel dieses Prinzips ist es, dass die natürliche Ressourcenproduktion unseres Planeten mit dem weltweiten Verbrauch im Einklang ist – also dass ein stetiger Rohstofffluss entsteht, damit auch künftige Generationen ein gutes Leben haben.

Gleichgewicht zwischen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft

Damit dieses Gleichgewicht entstehen kann, ist es wichtig, zu erkennen, dass sich umweltbezogene, wirtschaftliche und gesellschaftliche Prozesse gegenseitig beeinflussen. So muss eine funktionierende Umwelt vorhanden sein, um dauerhaft gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fortschritt zu garantieren. Gleichzeitig braucht eine intakte Umwelt wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wohlstand, um langfristig bestehen zu können. Nachhaltigkeit bezeichnet die Bedingungen, um dieses wichtige und zukünftig immer wichtiger werdende Gleichgewicht zu erzeugen.

Handwerksbetriebe als einflussreiche Nachhaltigkeitstreibende

Dem Handwerk bzw. den Handwerksbetrieben fällt in der Nachhaltigkeitsdebatte eine besondere Bedeutung zu. Kein anderer Wirtschaftsbereich hat das Nachhaltigkeitsprinzip der Ressourcennutzung bereits heute so verinnerlicht und über Generationen hinweg geprägt. Handwerker*innen arbeiten schon heute besonders ressourcenschonend, sparsam und vor allem regional. Sie reparieren, restaurieren und modernisieren Bestehendes, bilden Jahr um Jahr neue Fachkräfte aus und erhalten Fachwissen und spezielle Fertigkeiten, indem Sie diese Kenntnisse weitergeben. Die enge Verbundenheit zu ihrem geografischen Umfeld wird durch das Engagement im Ehrenamt zusätzlich unterstützt. So schaffen Handwerksbetriebe die sozialen, ökologischen und ökonomischen Rahmenbedingungen, um generationsverträgliches und nachhaltiges Handeln langfristig zu verankern.

Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

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