Bosch Service Lau GmbH & Co KG

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„Nachhaltigkeit bedeutet für mich, Energieeffizienz und Prozesse zu schaffen, die auch zukünftig noch effizient und ressourcenschonend funktionieren.“

Andreas Lau, Bosch Service Lau GmbH & Co KG

Gründungsjahr:

Gestartet sind wir 1957 als reiner Lackierbetrieb in der DDR. 1991 wurde die Lau Lackier-Center GmbH gegründet. Und seit 2003 firmieren wir unter dem Namen Bosch Service Lau GmbH & Co. KG und haben unser Leistungsspektrum dabei stetig erweitert.

Mitarbeiteranzahl:

Aktuell arbeiten ca. 50 Mitarbeitende, davon 13 Frauen, im Betrieb.

Sind Sie ein Ausbildungsbetrieb?

Wir beschäftigen derzeit zwölf Auszubildende und sechs davon sind Frauen. Bei uns werden Mechatroniker*innen, Fahrzeuglackierer*innen, Hochvolt-Mechatroniker*innen, Karosseriebauer*innen, Schilder- und Lichtreklamehersteller*innen und Bürokaufleute ausgebildet.

Was war für Sie ein Auslöser sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen?

Wir hinterfragen ständig unsere Prozesse, denn nur so kann man sich als Unternehmen weiterentwickeln. Im Karosseriebau werden oft neue Teile verbaut, wodurch auch viel Müll entsteht. Vor einiger Zeit war es noch so, dass jeden Freitag der Müllberg an ausgedienten Stoßstangen in Scheiben geschnitten werden musste, damit alles in den Container zur Entsorgung passt. Dieser Anblick war so absurd, dass wir uns hierfür eine Alternative überlegt haben. Mittlerweile werden die alten Kunststoffe direkt bei uns gepresst und nicht mehr als Müll, sondern als Rohstoffe abgeholt. Am Ende der Woche steht dann kein Müllberg mehr auf dem Hof, sondern große Würfel, die auf Europaletten abgeholt werden können. Insgesamt folgen wir dem Grundsatz, dass Instandsetzung vor Erneuerung kommt. So kann z. B. auch viel Müll vermieden werden, der bei der Neulieferung von Ersatzteilen anfällt

Was sollten unsere Leser*innen über Ihre Gründungsgeschichte wissen?

Wir haben uns von einem reinen Lackierbetrieb hin zum Bosch Service-Partner entwickelt, mit eigener Design-Abteilung, Portalwaschanlage und als Schulungs-Partner anderer Betriebe. So waren wir einer der 1. Betriebe in der Region, der z. B. zum Umgang mit Elektroautos geschult hat. Alle Arbeiten an Kraftfahrzeugen bis fünf Tonnen sind bei uns möglich und werden regelmäßig durchgeführt. Dadurch konnten wir nicht nur unser Wissen und unseren Kundenstamm erweitern. Uns war es vor allem wichtig, das neue Wissen auch weiterzugeben.

Welche Rolle spielt Regionalität für Ihren Betrieb?

Vor einigen Jahren haben wir mit acht Unternehmen im Ort einen Verein gegründet, um der Region etwas zurückzugeben. Gemeinsam engagieren wir uns in verschiedenen Projekten. Unter anderem unterstützen wir einen Kindergarten und haben ein Naherholungsgebiet gepachtet, in dem wir einen Geocaching-Pfad eingerichtet haben und über die dort heimischen Vogelarten informieren. Uns ist es einfach wichtig, dass es unserer Region gut geht.

Was unternehmen Sie, um die Ausbildung in Ihrem Betrieb nachhaltig zu gestalten?

Uns ist es sehr wichtig den jungen Leuten unser Handwerk näher zu bringen. Wir bilden nicht nur laufend aus, sondern bieten auch interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zum Praktikum an, um einen Einblick in den Berufsalltag zu bekommen.

In den Zeiten von Distanzunterricht während der Corona-Pandemie haben wir schnell gemerkt, dass es für unsere Auszubildenden so nicht funktioniert. Also haben wir uns mit der Berufsschule abgestimmt und geeinigt, dass wir erstmal nur das Praxiswissen hier im Betrieb vermitteln und die Theorie dann nachgeholt wird, wenn die Schulen wieder geöffnet werden.

Insgesamt legen wir sehr großen Wert darauf uns stetig weiterzubilden und unser Serviceportfolio zu erweitern. Das gilt aber nicht nur für unsere Auszubildenden, sondern für alle Mitarbeitenden im Betrieb. Dadurch ergeben sich auch immer neue Wege nachhaltigen Handels. Mit der Zeit haben wir z. B. gelernt unsere drei Lackierkabinen energieeffizienter zu nutzen. Während in einer Kabine gerade getrocknet wird, kann die überschüssige Energie genutzt werden, um in einer anderen Kabine zu lackieren.

Welche Hürden mussten Sie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb überwinden?

Wir stehen ständig vor neuen Herausforderungen, aber bisher haben wir für alles eine gute Lösung gefunden. Mit der Zeit lernt man kreativ zu sein und auch mal neue Wege auszuprobieren. So sind wir stolz, dass wir bald (nächstes Jahr) unseren eigenen Solarstrom herstellen und möglichst effizient mit unserem Blockheizkraftwerk kombinieren können.

Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

Gefördert vom