Hercules Vollkorn- und Mühlenbäckerei

Hercules Vollkorn und Muehlenbaeckerei
© Burak Cayci

„Nachhaltigkeit bedeutet für mich, mit der Welt leben und nur die Ressourcen verbrauchen, die man wirklich benötigt. “

Johannes Dackweiler, Hercules Vollkorn- und Mühlenbäckerei

Gründungsjahr: 1978
Mitarbeiteranzahl: 15
Auszubildende: Drei

Was war für Sie ein Auslöser sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen?

Ich möchte dazu beitragen, dass die Welt ein Platz bleibt, wo auch noch die nächsten Generationen leben können. Deshalb gehört Nachhaltigkeit für mich zur Betriebs-Philosophie.

Welchen Tipp würden Sie einem Handwerksbetrieb geben, der sich gerade auf den Weg zu einer nachhaltigen Betriebsführung macht? Womit kann ein Betrieb gut anfangen?

Es ist wichtig seine Lieferanten zu kennen, zu wissen wo was her kommt. Man sollte alle Prozesse kritisch hinterfragen, schauen wo noch Optimierungspotenzial schlummert.

Was sollten unsere Leser*innen über Ihre Gründungsgeschichte wissen?

Wir sind die erste und einzige Biobäckerei in Düsseldorf. Es wird seit jeher nur mit biologisch angebauten Zutaten gebacken. Chemie, Vormischungen oder Tiefkühl-Teiglinge gibt es bei uns nicht.

Was sollten unsere Leser*innen über Sie und Ihren Betrieb wissen?

Was Macht gutes Brot aus? Dazu benötigt man 3 Dinge:

  • Rohstoffe die schonend angebaut bzw. weiterverarbeitet werden.
  • Das handwerkliche Können. Da wir Fachleute sind, können wir auf technische Enzyme und andere chemische Zusatzstoffe verzichten. Außerdem passt sich der Mensch den Teigen an und nicht der Teig den Maschinen.
  • Ein Arbeitsumfeld, wo sich die Mitarbeiter wohlfühlen und sich persönlich weiterentwickeln können.

Wann sind Sie zum ersten Mal mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung gekommen?

Da ich auf einen Demeter Bauernhof aufgewachsen bin, kann man auch sagen, dass ich den nachhaltigen Gedanken mit der Muttermilch aufgenommen habe.

Was waren Ihre ersten Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb?

  • Wir arbeiten nur mit Erzeugern aus der Region (50 km Entfernung für die Hauptzutaten)
  • Verpackungsmüll-Vermeidung (Konzept von der Theke bis zur Brotlagerung zu Hause)
  • Vermeidung von Plastik Verpackungen
  • Moderne Technik, die die Ressourcen punktgenau verbraucht.

Welche Rolle spielt Regionalität für Ihren Betrieb?

Eine sehr große. Wir sind bemüht so viele Rohstoffe wie möglich regional zu beziehen. Das Getreide beziehen wir beispielsweise von unserem Bauern, der 7 km entfernt von unserer Bäckerei seine Felder hat. Uns ist einfach wichtig, dass man die Menschen kennt, die einem die Rohstoffe liefern. Ebenso wollen wir für den regionalen Markt produzieren und nicht weiter wachsen durch Ausbreitung des Liefergebietes.

Was unternehmen Sie, um die Ausbildung in Ihrem Betrieb nachhaltig zu gestalten?

Wir bieten unseren Auszubildenden einfach eine gute Ausbildung. Bei uns bekommen sie noch einen Handwerkskoffer an Erfahrung mit auf den Lebensweg. Das spricht sich rum.

Welche Hürden mussten Sie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb überwinden?

Die Mitarbeiter*innen mussten mitgenommen werden.

Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

Gefördert vom