Holzvisionen GmbH

Holzvisionen Nachhaltigkeit
© Holzvisionen GmbH

„Nachhaltigkeit bedeutet für uns, Verantwortung für nachfolgende Generationen zu übernehmen.“

Marco Pelzer und Tim Scholtes, Holzvisionen GmbH

Gründungsjahr: 2004
Mitarbeiteranzahl: Insgesamt beschäftigen wir 12 Mitarbeitende, hiervon sind acht in der Werkstatt und vier im Büro zu finden.
Auszubildende: Vier

Was war für Sie ein Auslöser sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen?

Auslöser, sich mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen, war u. a. unsere Mitgliedschaft in der Umweltgemeinschaft NRW und vor allem der Neubau unserer Halle. Wir haben beschlossen Energieeffizienz und Ressourcenschonung stärker zu forcieren. Beim Bau unserer Werkstatt und der angrenzenden Büroräume im Jahr 2017 haben wir den Nachhaltigkeitsgedanken maßgeblich beachtet. Unser Ziel ist es, Möbel komplett nachhaltig zu produzieren, dazu durchleuchten wir unseren ganzen Betrieb.

Welchen Tipp würden Sie einem Handwerksbetrieb geben, der sich gerade auf den Weg zu einer nachhaltigen Betriebsführung macht? Womit kann ein Betrieb gut anfangen?

Nichts überstürzen und mit kleinen Schritten anfangen.

Was sollten unsere Leser*innen über Ihre Gründungsgeschichte wissen?

Gestartet sind wir als Zwei-Mann-Betrieb in einer kleinen „Meister-Eder-Werkstatt“ zur Miete (Pacht). Mittlerweile sind wir von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu einer GmbH mit einer eigenen Halle gewachsen.

Was sollten unsere Leser*innen über Sie und Ihren Betrieb wissen?

Wir möchten unseren Kunden und Kundinnen als zuverlässiger, transparenter und vertrauensvoller Partner gegenübertreten. Sie können uns gerne in unserer Ausstellung besuchen und einen Blick in die Werkstatt werfen, in der ihre zukünftigen Möbel produziert werden.

Wann sind Sie zum ersten Mal mit dem Thema Nachhaltigkeit in Berührung gekommen?

Während der Ausbildung zum Holz-Techniker kamen wir, Marco Pelzer und Tim Scholtes, über das Umweltmanagement mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ in Berührung. Inspiration gab auch das Buch „Faktor 4 Doppelter Wohlstand halbierter Naturverbrauch – Der neue Bericht an den CLUB OF ROME.“.

Was waren Ihre ersten Schritte auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb?

Eine umgesetzte Maßnahme war die Installation einer modernen und klimaneutralen Pelletheizung, mit der Werkstatt und Büroräume beheizt werden können.

Ein weiterer Schritt in Richtung Nachhaltigkeit war es, energieautark zu werden.

Hierzu haben wir eine 68 KilowattPeak-starke Photovoltaikanlage (PVA) installieren lassen. Die Anlage übersteigt den Eigenbedarf des Unternehmens deutlich und der Überschuss wird ins Stromnetz eingespeist. Wir haben uns bewusst für eine PVA entschieden, um einerseits fossile Brennstoffe bzw. nicht-erneuerbare Ressourcen im laufenden Betrieb einzusparen und andererseits die Kohlendioxidemissionen, die bei der Stromerzeugung entstehen, zu reduzieren.

Auf die Lebensdauer bezogen, erzeugt die Anlage mehr Strom, als zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Somit arbeitet die PVA ressourcenschonend und trägt dazu bei, unser Nachhaltigkeitsengagement glaubhaft zu belegen.

Um langfristig komplett nachhaltig zu produzieren, haben wir weitere Stellschrauben im Betrieb identifiziert.

Hier einige Bespiele:

  • Beim Transport der hergestellten Möbel werden wiederverwendbare Packdecken anstatt Pappmaterial oder Plastikfolie verwendet.
  • Umstellung auf Wasserlack-System (Vermeidung von Lösemitteln)
  • Umstellung auf Wasserspender (Vermeidung von PET-Flaschen)
  • Regelmäßige Schulungen (Weiterbildung) für Mitarbeitende
  • Regelmäßige Besprechungen
  • Umstellung auf „Papierloses“ Büro

Welche Rolle spielt Regionalität für Ihren Betrieb?

Regionalität spielt für unseren Betrieb eine große Rolle. Angefangen bei möglichst kurzen Anfahrtswegen unserer Mitarbeitenden zur Arbeit, als Ansprechpartner in der Nähe zu den Kunden, bis hin zur Auswahl unserer Lieferfirmen.

Was unternehmen Sie, um die Ausbildung in Ihrem Betrieb nachhaltig zu gestalten?

In unserem Betrieb finden sowohl Schulpraktika (Tages- und Wochenpraktika) statt, als auch mehrwöchige Probearbeiten zum Kennenlernen des Betriebes und unseres Betriebsablaufs vor einem eventuellen Ausbildungsbeginn. Weiterhin wird auch angehenden Studierenden die Möglichkeit geboten, mehrmonatige Praktika vor Studienbeginn zu absolvieren.

Welche Hürden mussten Sie auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Betrieb überwinden?

Die Zeit, die man für die Umsetzung einzelner Aspekte investieren muss.

Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

Gefördert vom