Gute Gründe für Nachhaltigkeit: Aufträge sichern

Vorteile von Nachhaltigkeit in der Akquise und der Auftragsgewinnung

Im zweiten Teil unserer Reihe zu den guten Gründen für Nachhaltigkeit im Handwerk möchten wir Ihnen die Potenziale eines nachhaltigen Ansatzes in der Auftragsgewinnung vorstellen. Hier erfahren Sie, welchen Einfluss das Thema Nachhaltigkeit zukünftig bei öffentlichen Ausschreibungen und Vergaben einnehmen wird.

Insbesondere bei jüngerer Kundschaft bzw. in den kommenden Generationen hat das Bewusstsein und die Sensibilität für Umweltschutz und Nachhaltigkeit erheblich zugenommen. In der Entscheidung, welche Produkte oder Dienstleistungen erworben oder welcher Handwerksbetrieb beauftragt werden soll, werden immer häufiger Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt. Diese Entwicklungen sollten sich Betriebsinhabende und Geschäftsführende unbedingt vergegenwärtigen. Die frühzeitige Etablierung einer nachhaltigen Strategie kann sich für Unternehmen positiv in der Preisgestaltung bemerkbar machen, da nachhaltigkeitsorientierte Kundengruppen bereit sind, die höheren Investitionen in nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu leisten. Zudem sollten sich die Betriebe frühzeitig mit den Wünschen und Wertvorstellungen der aktuellen und zukünftigen Kundschaft auseinandersetzen, so können schon heute wichtige Erkenntnisse und für eine langfristige Zukunftsstrategie gewonnen werden.

Nachhaltigkeit bei der öffentlichen Vergabe von Aufträgen

Die Berücksichtigung nachhaltiger Aspekte kann zukünftig den Prozess der öffentlichen Ausschreibung bzw. Vergabe durch Auflagen und regulatorische Voraussetzungen erheblich verändern. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, das in Zukunft nur noch Unternehmen an einer öffentlichen Ausschreibung teilnehmen dürfen, wenn sie nachhaltigkeitsbezogene Zertifizierungen oder Gütekennzeichnungen aufweisen können. Eine solche Kennzeichnung ist z. B. ein Nachhaltigkeitsbericht nach den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Die Erstellung eines eigenen DNK-Berichts kann mithilfe unseres kostenlosen Nachhaltigkeits-Navigator Handwerk erfolgen. Der Navigator führt die Anwendenden mit hilfreichen Tipps und weiterführenden Informationen durch die Bestandsaufnahme und anschließende Berichtserstellung.

Nachhaltigkeit kann in der öffentlichen Vergabe an vielen Stellen gefordert werden

Auch wenn klassische Nachhaltigkeitskriterien in der öffentlichen Ausschreibung nicht explizit vorgeschrieben werden, so kann es sein, dass nachhaltige Zusatzleistungen gewünscht sind, die den Zuschlag oder die Absage beeinflussen können. Bei diesen Zusatzleistungen müssen Unternehmen, die an der Ausschreibung teilnehmen möchten, offenlegen, wie Nachhaltigkeit in der geforderten Leistung umgesetzt wird. Dies kann zum Beispiel durch eine regionale und nachhaltige Beschaffung oder durch Transport- und Logistikdienstleistungen mit emissionsarmen Elektrofahrzeugen erfolgen. Zudem gilt bei öffentlichen Vergaben und Aufträgen stets das Gebot, dass Aufträge nur an geeignete bzw. leistungsfähige Betriebe vergeben werden. Nachhaltig wirtschaftende Betriebe können die technische, finanzielle und wirtschaftliche Voraussetzung in den meisten Fällen erfüllen und haben bessere Chancen, den Zuschlag zu erhalten.

Ein weiteres Merkmal, warum das Thema Nachhaltigkeit in der Vergabe öffentlicher Aufträge rasant an Bedeutung gewinnen wird, ist die Notwendigkeit, nachhaltige und umweltverträgliche Lösungen, Innovationen und Ideen zu entwickeln, die helfen, die Folgen der weltweiten Klimakrise zumindest abzufedern.

In unserem nächsten Beitrag der Reihe „Gute Gründe für Nachhaltigkeit im Handwerk“ werden wir die Chancen und Möglichkeiten eines nachhaltigen Ansatzes im Marketing, Werbung und Kommunikation beleuchten.

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Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

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