Nachhaltigkeit in der Krise

Nachhaltigkeit in der Krise

Warum nachhaltige Unternehmen es besser durch die Krise schaffen – ein Gespräch mit Katja Hobler, Glöckner Natursteine

In einer Zeit, in der das wirtschaftliche Handeln maßgeblich durch die Corona-Pandemie beeinflusst wird, beschäftigen sich viele Betriebinhaber*innen mit existentiellen Fragen: Wie gut war mein Betrieb auf die Corona-Krise vorbereitet? Was muss getan werden, um zukünftig auf derartige besser vorbereitet zu sein? Wie komme ich nach dem Konjunktureinbruch schnell wieder auf die Beine? Mit diesen Fragen hat sich Katja Hobler, die stellvertretende Projektbeirätin unseres Projekts, bereits vor dem Ausbruch des Coronavirus beschäftigt und darauf eine Antwort gefunden: Nachhaltiges Wirtschaften!

Katja Hobler ist seit mehr als 20 Jahren in der Unternehmensleitung von Glöckner Natursteine im saarländischen Neunkirchen tätig. Der Steinmetz- und Restaurationsbetrieb gilt aufgrund seiner ganzheitlichen und zukunftsorientierten Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens als Pionierbetrieb im Handwerk. Dass das Unternehmen die pandemiebedingte Situation bisher gut annehmen konnte, erklärt Katja Hobler so: „Wir betrachten das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich. Das umfasst vor allem den Umgang mit unseren Mitarbeitenden, den Kundinnen und Kunden sowie unseren Lieferfirmen. Uns geht es nicht nur um die Qualität unserer Arbeit, sondern auch darum, wie wir zu unseren Aufträgen kommen und wie wir sie abwickeln.“

Transparenz und langjährige Beziehungen in der Region

Die Zuverlässigkeit und Warenqualität der vornehmlich regional angesiedelten Lieferbetriebe macht Hobler an den langjährigen und guten Beziehungen mit den Unternehmen und einem transparenten Umgang mit Vergleichsangeboten fest. „Jede meiner Lieferfirmen weiß, mit wem ich noch zusammenarbeite und dass es mir nicht darauf ankommt, so billig wie möglich einzukaufen. Mir geht es vor allem darum, dass die Zuliefernden davon leben können, mir gute Qualität bringen und dies auch noch in den nächsten Jahren tun können.“

Mitarbeiter*innen in Entscheidungen einbeziehen

Ein weiterer Aspekt nachhaltigen Wirtschaftens betrifft die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Katja Hobler betont, dass Betriebe in jedem Fall davon profitieren, der Belegschaft auf Augenhöhe zu begegnen. In der Praxis bedeutet das, dass die Mitarbeitenden die Möglichkeit erhalten, ihre Meinungen und Einschätzungen zu betrieblichen Belangen aktiv einzubringen. „Unsere Mitarbeitenden sollen nicht nur herkommen und arbeiten – wir möchten, dass sie sich dem Unternehmen verbunden fühlen, loyal bleiben und im Idealfall eine sinnstiftende Arbeit erfahren. Diese Verbundenheit macht sich im Betriebsklima, der Qualität der Arbeit und im Verantwortungsbewusstsein der Kolleginnen und Kollegen bemerkbar und das ist es, was ein Unternehmen krisensicher macht.“

Nachhaltigkeitsbericht nach DNK-Standards

Als kaufmännische Leiterin eines mittelständischen Handwerksbetriebs weiß Hobler um die Strahlkraft und die Bedeutung eines eigenen Nachhaltigkeitsberichts. Das Unternehmen hat bereits im Jahr 2017 eine Nachhaltigkeitserklärung nach den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) veröffentlicht. Dazu sagt Katja Hobler: „Wenn man diesen DNK-Bericht einmal geschrieben hat, dann entsteht eine sehr genaue und transparente Beschreibung des eigenen Unternehmens. Ich werde häufig von Kundinnen und Kunden auf das Thema Nachhaltigkeit angesprochen und selbst wenn sie sich nicht den gesamten Nachhaltigkeitsbericht anschauen, erfahren sie dort, dass unsere Strategie nachhaltig angelegt ist.“

Nachhaltigkeitsstrategie ermöglichte unternehmerischen Quantensprung

Die Chancen, die nachhaltiges Wirtschaften einem Unternehmen ermöglicht, fasst Katja Hobler treffend zusammen: „Die Beschäftigung mit der Nachhaltigkeit in all ihren Aspekten hat für unseren Betrieb einen Quantensprung bedeutet – alle hier denken und handeln miteinander und die Mitarbeitenden wollen sich an der Entwicklung des Betriebs beteiligen. Das macht einfach Spaß und das registrieren unsere Kundinnen und Kunden.“

Nachhaltiges Wirtschaften als Grundlage der Zukunftsfähigkeit

Wenn Sie Interesse an Informationen zum nachhaltigen Wirtschaften haben oder einen zertifizierten Nachhaltigkeitsbericht nach DNK-Kriterien anfertigen möchten, dann nutzen Sie unsere Workshop-Angebote und unsere Management-Instrumente. Der Nachhaltigkeits-Quick-Check hilft Ihnen einen ersten Eindruck zu gewinnen, wie nachhaltig Sie bereits aufgestellt sind. Die Anfertigung eines DNK-Nachhaltigkeitsberichts können Sie mithilfe des Nachhaltigkeits-Navigator-Handwerk vornehmen. Ab November 2020 bieten wir Workshops zur nachhaltigen Betriebsführung mit dem Navigator an. Unser Management-Instrument leitet Sie bei der Anfertigung des Berichts mithilfe praxisnaher Beispiele und dank strukturierter Anleitungen zu handwerksrelevanten Fragen unkompliziert durch die Erstellung des Berichts. Der Nachhaltigkeits-Leitfaden Handwerk (ab 2021) ist ein Handbuch mit praxisorientierten Informationen zum Themengebiet Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben.

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Das Projekt „Nachhaltigkeit in Handwerksbetrieben stärken!“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) durchgeführt.

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